Beim Kreisverband des Roten Kreuzes hängt der Haussegen schief. Mitarbeiter,
vor allem ehrenamtliche, sind mit dem Führungsstil des Geschäftsführers
unzufrieden und fordern offenbar seine Ablösung.
Von Achim Zepp
Das Rote Kreuz im Kreis Biberach hat sich in den vergangenen zehn Jahren
prächtig entwickelt. Noch 1994 sterbenskrank - will sagen: beinah
insolvent - hat man den Verband hochgepäppelt und wieder stark gemacht. Heute
ist der einstige Patient kerngesund - jedenfalls was die Finanzen, den
technischen und baulichen Zustand der Organisation angeht. Offensichtlich aber
hat sich im Zuge der Genesung ein anderes Virus eingeschlichen und etliche
Mitarbeiter befallen. Jedenfalls begehren sie auf, weil sie mit dem Führungsstil
des Geschäftsführers nicht mehr zufrieden sind. Es heißt, Roland Prinz sei
knallhart, als Geschäftsmann und als Mensch. Vielleicht hat er ja im Eifer des
Sanierens seine Mitarbeiter hier und da vergessen, vielleicht hat er überhaupt
zu viele Aufgaben auf sich geladen. Sein Eingeständnis, er würde heute manches
anders machen und, wenn er Fehler gemacht, andere verletzt habe, tue ihm das
Leid, lässt durchaus Raum für konstruktive Gespräche und für Veränderungen im
Umgang miteinander. Das Rote Kreuz ist schlichtweg zu wichtig, als dass es in
Personalstreitigkeiten für längere Zeit dahinsiechen kann.