Biberach (sz) - Der Kreisverband Biberach des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) undSpatenstich: Neue Heimat für das Rote Kreuz
Wie dringend nötig das Rote Kreuz eine neue Unterkunft benötigt,
zeigten der
Kreisverbandsvorsitzende, Landrat Peter Schneider, und DRK-Geschäftsführer
Roland Prinz bei einem Pressegespräch im alten DRK-Heim. Das Gespräch
kurz vor
dem Spatenstich drehte sich zwar vorrangig um die Mitgliederwerbung des
DRK,
machte den Besuchern aber deutlich: Die Räume an der Riedlinger Straße
strahlen
den Charme der frühen 60er Jahre aus, im Sommer knallt die Hitze gnadenlos
auf die
viel zu kleinen Büro- und Schulungsräume. Klagen über die
räumliche Situation gibt
es auch schon lange von der gemeinsamen Rettungsleitstelle des Roten Kreuzes
und der Feuerwehr, die wenige hundert Meter entfernt im alten Kreiskrankenhaus
untergebracht ist.
Noch ein gutes Jahr müssen die Aktiven warten, dann können sie
in ihr neues Heim
einziehen. Das soll, bei sparsamer Planung, wie Roland Prinz versicherte,
genügend
Platz bieten. Der Neubau entsteht auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände
an der
Ritter-von-Essendorf-Straße, auf dem auch das Technische Hilfswerk
sein Domizil
hat. Das langgezogene Gebäude soll auf einer Fläche von rund
800 Quadratmetern
die Rettungsleitstelle, die Verwaltung des DRK-Kreisverbandes und den
Unterrichtsbereich für die Breitenausbildung beherbergen. In einem
bestehenden
Garagenkomplex, der saniert wird, findet die DRK-Bereitschaft Biberach
eine neue
Heimat.
Die Gesamtkosten sind auf 5,5 Millionen Mark veranschlagt. Dieses Geld
muß das
Rote Kreuz alleine aufbringen, sagte Geschäftsführer Prinz. Öffentliche
Förderungen
gebe es für derartige Projekte nicht mehr. Der Kreisverband finanziert
die
Baumaßnahme aus Rücklagen in Höhe von rund zwei Millionen
Mark, aus dem
Verkauf des Geländes an der Riedlinger Straße sowie mit Darlehen.
"Da in unseren
Reihe sehr viele Handwerker sind, wollen wir die Kosten durch Eigenarbeit
erheblich
senken" sagte der Geschäftsführer. Der Landkreis, der durch die
Feuerwehr bei der
Rettungsleitstelle mit von der Partie ist, wird dafür Miete bezahlen
und sich an den
Kosten für die Technik beteiligen.
Landrat Peter Schneider zeigte sich sehr zufrieden mit dem neuen Standort.
Die
Verhandlungen mit dem früheren Grundeigentümer, der Bundeswehr,
seien
reibungslos gelaufen. Bevor das Rote Kreuz den Zuschlag für das rund
6000
Quadratmeter große Gelände bekam, hatte die Stadt Biberach überlegt,
dort ein
Baugebiet auszuweisen. Nachdem dieses Thema vom Tisch war, sei dann alles
sehr
schnell gegangen.
Oberbürgermeister Thomas Fettback, gleichzeitig Ortsvorsitzender des
Roten
Kreuzes, wies darauf hin, daß das Land noch 1994 überlegt habe,
auf dem Gelände
Sammelunterkünfte für Asylbewerber einzurichten. Er sei grundsätzlich
kein Freund
von Sammelunterkünften, sagte er und wies auch auf die ohnehin vorhandene
Spätaussiedlerproblematik im benachbarten Stadtteil Fünf Linden
hin. Mit dem
Rot-Kreuz-Neubau habe man eine städtebaulich sinnvolle Lösung
für das Gelände
gefunden.
Wer übrigens meinte, ein Spatenstich zur Ferienzeit sei nur etwas
Plakatives, wurde
eines Besseren belehrt: Noch während die Rot-Kreuzler den Spatenstich
feierten,
rückte der erste Bagger an.
Einen Bericht über die Werbekampagne, mit der das Rote Kreuz neue
Mitglieder
finden möchte, lesen Sie in unserer morgigen Ausgabe. (10.08.1998)