Telefone bleiben kurzzeitig stumm


Die Rettungsleitstelle ist auf das Telefon angewiesen.
Während der Abschaltung in der Nacht zum Donnerstag
sind die Helfer aber für einige Minuten nur über Handy erreichbar.
(Foto: Ute Schäfer)

KREIS BIBERACH - Wegen einer Softwareumstellung bei der Telekom werden Tausende von Rufnummern im Kreis Biberach in der Nacht zum Donnerstag für einige Minuten lahmgelegt. Auch die Notrufe sind betroffen. Polizei, Rettungsleitstelle und Stadtwerke behelfen sich mit Handys.

von unserem Redakteur Klaus Eckardt

Für die Telekom sind solche Abschaltungen an der Tagesordnung. Im vergangenen Vierteljahr wurden die Programme der Biberacher Vermittlungsstelle jeden Monat aktualisiert. ,,Das dauerte jeweils sechs oder sieben Minuten, erklärte Telekom-Pressesprecherin Klara Mikolitsch gestern gegenüber der SZ. Für die Umstellung in der Nacht zum Donnerstag, von der die Vorwahlbereiche 07351 bis 07358 betroffen sind, rechnet sie mit maximal acht Minuten. Um die Telefonkunden möglichst wenig zu beeinträchtigen, werden die Arbeiten in der Zeit zwischen 3 und 5.30 Uhr durchgeführt. Wann exakt die Leitungen abgeschaltet sind, wird aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben.

Roland Prinz, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes, ärgert bei jeder Abschaltung aufs neue, daß die Rettungsdienste auf die Telekom angewiesen sind. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis da mal was passiert, weil der Notruf nicht erreichbar ist", befürchtet er. Schließlich sei ein Unglücksfall mitten in der Nacht genauso wahrscheinlich wie abends um 11. Bislang habe man die Abschaltungen zähneknirschend zur Kenntnis genommen. In der Nacht zum Donnerstag soll die Biberacher Leitstelle ebenso wie die Polizei erstmals über ein Handy durchgehend erreichbar sein. Rettungsdienst und Feuerwehr körnen unter der Nummer 0171/ 7925652 erreicht werden, die Polizei unter 0170/ 2283387.

Allerdings sind diese Nummern in der kritischen Zeit auch nur von Mobiltelefonen aus zu erreichen. Wer kein Handy hat, dem bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder ein paar Minuten zu warten oder aber zur Polizei oder zur Rettungswache zu fahren. Von dort aus kann dann per Funk weitere Hilfe angefordert werden. ,,Bislang gab es bei Abschaltungen aber nie Probleme", sagte Polizeisprecher Karl-Anton König.

Bei der Telekom hofft man, daß solche Unterbrechungen bald ganz der Vergangenheit angehören. "Wir werden bald Systeme haben, bei denen das ganze in Sekunden passiert, so daß der Kunde kaum mehr etwas merkt", erklärte Pressesprecherin Mikolitsch. Sie zeigte zwar Verständnis für den Ärger der Betroffenen, wies aber darauf hin, daß es bislang kein moderneres Telefonnetz als das der Telekom gebe. Für den Fall, daß bei der Umstellung etwas schiefgeht, hat man vorgesorgt: ,,Das System ist gedoppelt", versicherte Klara Mikolitsch. Während auf einen Teil die neue Software aufgespielt werde, laufe der andere Teil mit der alten Version weiter. Wenn die neue Version nicht wie gewünscht anlaufe, gebe es eine Rückfallprozedur auf das alte System.

Daß derartige Abschaltungen in der Vergangenheit nicht öffentlich bekanntgegeben wurden, begründete Klara Mikolitsch mit dem Risiko, daß solche Informationen auch mißbraucht werden könnten. Zudem hätten die Medien teilweise in der Vergangenheit wenig Interesse an diesem Thema gezeigt. Nur wenn die geplanten Abschaltungen länger als 10 Minuten dauerten, würden sie angekündigt

! Wenn das Telefonnetz in der Nacht zum Donnerstag im Raum Biberach abgeschaltet ist, kann die Polizei per Handy unter der Nummer 0170/ 2283387 erreicht werden, die Rettungsleitstelle unter 0171/ 7925652. Auch die Stadtwerke Biberach sind in Notfällen über Mobiltelefon erreichbar. Die Nummern: 0171/ 5801283 und 5801284.