Deutsches Rotes Kreuz: Funktionaler Bau mit gutem Timing
Biberach (sz) - Der Neubau des DRK-Zentrums in Biberach beschäftigte
das
Deutsche Rote Kreuz im vergangenen Jahr. Im August war erster
Spatenstich, mittlerweile steht das Gebäude und soll noch in diesem
Jahr
bezogen werden.
Eines ist dem Geschäftsführer des DRK, Roland Prinz, und Landrat
Peter
Schneider besonders wichtig: "Das neue DRK Zentrum ist funktional, nicht
luxuriös". Schon jetzt kann man sehen, daß das stimmt – die
Eingangshalle
ist zwar groß und hell. Aber sie wirkt nicht überdimensioniert.
"Hier kann man
Kreisversammlungen abhalten", sagte Prinz bei der Baustellenbesichtigung
oben an der Ritter-von-Essendorf-Straße hinter dem Technischen Hilfswerk.
Im unteren Stock soll neben Schulungsräumen die Rettungsleitstelle
untergebracht werden, die sich derzeit noch in engen Kellerräumen
im alten
Biberacher Krankenhaus befindet. "Die Leitstelle ist erweiterbar", sagte
Prinz
mit Blick auf die Diskussionen der Zusammenlegung der Leitstellen. Wenn
es
soweit komme, könne diese "Großzentrale" in Biberach leicht
errichtet
werden. Dabei werde die Diskussion zur Zusammenlegung "nicht mehr so
heiß" geführt, teilte Prinz mit. Dies habe seiner Einschätzung
nach auch
damit zu tun, daß die Biberacher mittlerweile eine der preisgünstigsten
Leitstellen in Baden-Württemberg haben. Prinz rechnet für "seine"
Leitstelle
mit knapp 20 Mark pro Einsatz. "Es gibt aber Rettungsdienste, die brauchen
40."
Die neue Leitstelle wird komplett mit neuer Technik ausgestattet. Die jetzige
sei, so Prinz, veraltet und außerdem wohl nicht Jahr-2000-kompatibel.
Gerade noch rechtzeitig wird die Leitstelle also neu ausgerüstet und
umgezogen sein. Die Ausschreibung für die neue Technik wird am 13.
Juli im
Ausschuß für Umwelt und Technik des Kreistages beraten. Für
die Technik
rechnet man mit Kosten von einer Million Mark, die je zur Hälfte vom
Landkreis (für die Feuerwehr) und von den Kostenträgern des
Rettungsdienstes – den Krankenkassen – übernommen werden.
Auf den DRK-Haushalt wird das neue Gebäude mit insgesamt 5,5 Millionen
Mark zu Buche schlagen – Geld, das zur Verfügung steht, sagte Landrat
Schneider, oberster Dienstherr des DRK, und zwar erstens, weil das DRK
im
Landkreis keine roten Zahlen mehr schreibt und zweitens, weil das derzeitige
Gebäude in der Riedlinger Straße 30 in Biberach verkauft werden
konnte.
Abrißbirne
Das Gebäude ging an einen Investor, der auf dem Gelände Reihenhäuser
bauen will, teilte Prinz mit. "Die Abrißbirne wird wohl im Januar
anrollen. Bis
dahin müssen wir ausgezogen sein." Mit einem Umzug rechnet Prinz aber
bereits im November.
Wenn die neue DRK-Zentrale in Biberach fertiggebaut ist, stehen weitere
Bauten an: Die DRK-Bereitschaft in Schwendi soll als nächstes dran
kommen.
Der Neubau ist aber nicht die einzige Baustelle, die das DRK gerade in
Betrieb hat. Das Biberacher Bereitschaft des DRK baut sich neben dem
Neubau in eine alte Garage der Bundeswehr ihr "DRK-Heim" ein. Die
Außenwände – dicke, splittersichere Betonwände – blieben
stehen, es
wurden nur Fenster und Lüftungslöcher hereingebrochen. Innen
bauen die
DRK-Helfer in vielen ehrenamtlichen Stunden sozusagen ein Haus im Haus.
Die Innenmauern stehen bereits. Die Fenster – das versteht sich beim Roten
Kreuz von selbst – sind rot eingefaßt.
Der Neubau nahm auch breiten Raum bei der diesjährigen
DRK-Kreisversammlung ein, dennoch nahm Landrat Schneider auch auf einen
weiteren DRK-Bau Bezug – das Haus der Erolzheimer Bereitschaft, nämlich.
Durch ein hohes Maß an Eigenleistung habe die Bereitschaft das Haus
"zu
einem Schmuckstück für ds DRK umgebaut", sagte Schneider. Das
Haus
wurde am gestrigen Sonntag eingeweiht.
Der DRK-Kreisverband besteht aus 112 Bereitschaften, zum Jahresende
hatte das DRK fast 12500 fördernde Mitglieder, die Mitgliederwerbeaktion
1989 und 1999 brachte ein Plus an etwa 5000 fördernden Mitgliedern.
Aktiv
arbeiten beim DRK 1065 Mitglieder mit, die Ehrenamtlichen haben 1998
nahezu 100000 Dienststunden geleistet. Der Rettungsdienst verfügt
über
sieben Rettungswachen im Landkreis – sechs davon in Trägerschaft des
DRK. Im vergangenen Jahr wurden etwa 18000 Einsätze gefahren, davon
etwa
6000 Rettungs- bzw. Notarzteinsätze. (12.07.1999)