Rettungsleitstelle:
Einen Tag lang gestöpselt
Kreis Biberach
(sz) - Die Disponenten sind glücklich: Vom Keller des alten Krankenhauses
zogen sie in
einen Neubau mit Aussicht ins Grüne: Gestern ging die neue
Rettungsleitstelle
von Feuerwehr und Rettungsdienst in Betrieb.
In der alten
Leitstelle sah gestern alles aus wie sonst – die Disponenten saßen
vor ihren
Funkgeräten,
Telefonen und Computern. In der neuen Leitstelle war es im Prinzip dasselbe:
Die Disponenten
saßen vor ihren Funkgeräten, Telefonen und Computern. Aber morgens
gingen
noch alle Anrufe in dem Kellerraum ein, in dem die alten Leitstelle untergebracht
war, und nachmittags
klingelte es nur noch in dem neuen, hellen, sonnigen Raum in dem
Neubau neben
dem THW.
Gestern wurde
die neue Leitstelle in Betrieb genommen, "und alles hat geklappt", berichtet
Rettungsdienstleiter
Michael Mutschler erleichtert. Leitung für Leitung wurde umgestöpselt,
immer häufiger
klingelte es in der neuen und nicht mehr in der alten Leitstelle.
"Unsere Anrufer
werden überhaupt nichts merken", hatte Roland Prinz, Geschäftsführer
des
DRK am Vortag
versprochen, und er sollte Recht behalten. Michael Mutschler: "Am morgen
gab es intern
zwar manchmal Probleme, aber nachmittags lief bereits alles wie am
Schnürchen."
Der Umzug der
Rettungsleitstelle war dringend nötig. Die Technik der bisherigen
war so
veraltet, daß
es zum Beispiel in der vergangenen Woche einen Totalausfall gegeben hatte
–
ein Teil war
durchgeschmort, ein Ersatzteil nicht mehr zu kriegen. Aber auch hier war
nach
außen
nichts zu merken: Die Disponenten stöpselten intern einfach die Kabel
um.
850000 Mark
kostet allein die Technik der neuen Leitstelle, teilte Kreisbrandmeister
Jennen
mit. Die Kosten
teilen sich das Deutsche Rote Kreuz und die Feuerwehr, die die
Rettungsleitstelle
gemeinsam betreiben.
Die neue Leitstelle
ist Teil des DRK-Gebäudes, das derzeit in Biberach neben dem
Technischen
Hilfswerk gebaut wird. Die DRK-Verwaltung will dort noch in diesem Jahr
einziehen. Im nächsten Frühsommer soll großer Tag der offenen Tür sein. (27.10.1999)