Kreis Biberach
(sz) - Zwar glauben die wenigsten Fachleute daran, dass der Jahreswechsel
zu Problemen
bei der öffentlichen Sicherheit führt, dennoch sind die Hilfskräfte
im Kreis
Biberach gerüstet:
Die Feuerwehren besetzen alle 133 Gerätehäuser, um Hilfe zu
organisieren,
wenn wider Erwarten doch die Strom- und Telefonleitungen zusammenbrechen.
Zwar hat sich
Kreisbrandmeister Bernhard Jennen in den vergangenen Wochen intensiv auf
die "Nacht
der Nächte" vorbereitet, er ist aber weit davon entfernt, Hysterie
zu verbreiten.
"Wir
müssen uns zwar auf alle Eventualitäten vorbereiten, Panikmache
ist aber fehl am
Platz", sagt
Jennen. Das einzige Problem mit dem der Feuerwehr-Experte rechnet, ist
die
Überlastung
des Telefonnetzes nach Mitternacht: "Doch das", weiß Jennen, "ist
jedes Jahr
der Fall."
Also alles
wie immer? Nicht ganz, denn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann niemand
ausschließen,
dass es aufgrund des Datumswechsels zu Problemen kommt. Deshalb tun
Wehrmänner
in allen 133 Feuerwehrhäusern im Landkreis Dienst. Minimum ist dabei
eine
Löschgruppe,
das bedeutet neun Mann. Für den Fall, dass es zu einem totalen
Stromausfall
kommt, haben alle Feuerwehrangehörigen die Anweisung, sich nach 30
Minuten zu
melden.
Viele Wehren
machen am 31. Dezember aus der Not eine Tugend: Sie organisieren in ihren
Stützpunkten
Silvesterpartys, so dass sie im Fall des Falles gleich zur Stelle sind.
Bürger,
die Hilfe brauchen
– ganz egal, ob von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst – können
sich in der
Silvesternacht an die Feuerwehr wenden, falls sie telefonisch niemanden
erreichen.
"Unser Funknetz ist ausfallsicher", verspricht der Kreisbrandmeister.
Auch bei der
Polizei wird in der Silvesternacht mit mehr Personal als sonst gearbeitet:
"Zusätzlich
zu den ganzjährig rund um die Uhr erreichbaren Revieren in Biberach,
Laupheim
und Riedlingen
stehen auch die Polizeiposten in Bad Buchau, Bad Schussenried,
Ochsenhausen
und Erolzheim zur Verfügung", sagt Polizeisprecher Karl-Anton König.
In
Biberach selbst
wird auch die Führung der Polizeidirektion um Mitternacht vor Ort
sein.
Gelassen
blickt Rot-Kreuz-Geschäftsführer Roland Prinz auf den Jahreswechsel:
"Ich
glaube nicht,
dass etwas besonderes passiert", sagt er. Dennoch wird die
Rettungsleitstelle,
die das Rote Kreuz für den Landkreis gemeinsam mit der Feuerwehr
betreibt, in
der Silvesternacht doppelt besetzt sein. Zudem wird sowohl in Biberach
wie
auch in Riedlingen
jeweils ein zusätzlicher Rettungswagen stationiert. "Wenn das nicht
reicht,
können wir weitere Leute nachalarmieren." Auch um die Stromversorgung
macht
sich Prinz
keine Sorgen: "Unsere Geräte sind für zwei Stunden batteriegepuffert.
Anschließend
springt das Notstromaggregat an."
Mit "Nichts
und mit Allem" rechnet der Verwaltungschef der Kreiskrankenhäuser,
Winfrid
Dullenkopf
für den 31. Dezember. Seit Monaten schon habe sich eine Arbeitsgruppe
auf
den
Datumswechsel vorbereitet und alle erdenklichen Vorkehrungen getroffen.
Weil man
aber "nie ganz
sicher sein kann", werden um Mitternacht zusätzliche Ärzte, vor
allem
Anästhesisten,
Haustechniker und der Mediziningenieur im Dienst sein. Das
Pflegepersonal
wird durch Springer verstärkt. Auch für einen möglichen
Stromausfall ist
vorgesorgt:
"Eine besondere Energieversorgung hält dann erst mal die Spannung.
Später
springt
das dieselbetriebene Notstromaggregat ein," erklärt Dullenkopf.
Kleiner Trost
Die Mitarbeiter
reagieren nach seinen Worten gelassen auf die Verpflichtung zur Arbeit
in
der Silvesternacht.
Zum einen ist für 0.30 Uhr ein kleiner Empfang geplant, wenn alles
gut
gegangen ist.
Zum anderen hat der Krankenhausdezernent noch einen weiteren Trost parat:
"Der eigentliche
Jahrtausendwechsel ist ja erst ein Jahr später. Und da haben dann
diejenigen frei, die diesmal arbeiten müssen." (20.12.1999)